Dienstagsgruppe

Heute hieß es wieder einmal Beete platt machen und mulchen. Diesmal wurde das Kürbis- und das Zucchinibeet abgeerntet. Dadurch liegen jetzt fünf Beete (nebeneinander) brach und der halbe Acker wurde bemulcht. Dazu haben die fleißigen Kinder das Fußballfeld von Laub befreit und auf den Acker gebracht. Die restliche Apfelgrütze der Apfelpresse wurde ebenfalls auf dem Acker verteilt, sehr zum Leid der Schüler, da die Äpfel bei ihrem Gärungsprozess keine angenehmen Düfte freisetzen. Die Tierwelt scheint das nicht zu stören, da Schmetterlinge, Wespen und einige andere Insekten den Acker weiterhin aufsuchen. Nebenbei wurde dadurch gelernt, warum die Apfelreste warm sind und unserem Acker gut tun. Unsere Wasserpumpe wurde in den Winterschlaf versetzt, sodass ihr der Frost nichts anhaben kann. Ein erfolgreicher Ackertag geht zu Ende.

Flashback der Montagsgruppe

Hier das Feedback der Montags-Ackermontis zu unserem ersten Ackerjahr:

„Ich fand das Ackerjahr gut, weil wir gemeinsam etwas tun und einander helfen konnten. Wir haben viel aus dem Gemüse hergestellt, das hat mir besonders gut gefallen.“

„Mir hat gut gefallen, dass man ‚Abfall‘ als Mulch verwerten konnte.“

„Cool, dass man so viel in Gemeinschaft machen konnte und viel ernten konnten. Es hat viel Spaß gemacht und ich konnte immer etwas tun.“

„Cool, dass wir sehen konnten, wie sich das Beet verändert hat.“

„Ich habe gelernt, wie man die Tomaten richtig hochbindet und ausgeizt.“

„Ich hab viel gelernt, mag die Natur eh gern. Ich habe gelernt, wie die Pflanzen behandelt werden.“

„Mir hat das Ernten gut gefallen.“

„Mulchen hat mir Spaß gemacht.“

„Besonders gut gefallen hat mir das gemeinsame draußen sein und das Tun mit den Händen. Es waren von 2. bis 10. Klässler, Förder- und Nichtförderkinder alle dabei und haben miteinander geschafft. Man sieht viele andere Fähigkeiten, als in der Klasse und auf dem Schulhof. Viele biologische Themen sieht man anschaulich und ganz ‚unverkrampft‘.“

blühende Landschaft

Im April begannen wir damit, gemeinsam mit dem„Netzwerk Blühende Landschaft“ einen Teil des Schulgeländes in Blühflächen umzuwandeln. Der Vater eines Schülers kam dankenswerterweise mit seinem Traktor mit Pflug und half uns, die gut 200 m² große Fläche umzugraben. Vor allem die vielen großen Steine machten uns zu schaffen. Nebenbei entstand ein großer Steinhaufen, der verschiedenen Tieren als Unterschlupf dienen kann. Wir entdeckten zwei Erdkröten, die die Kinder liebevoll in den Steinhaufen umsiedelten. Somit stand der Einsaat nichts mehr im Wege.

In den folgenden Wochen beobachteten wir gespannt, wie sich die Pflanzen entwickelten. Mit Bestimmungsbuch und Lupe entdeckten wir die verschiedenen Blumen, Wildkräuter und Insekten, die von Woche zu Woche vielfältiger wurden. Zu Besuch kamen Wildbienen wie rostrote Mauerbienen, Seidenbienen, Pelzbienen und Löcherbienen, die sich z.B. auf der Färberkamille, den Kornblumen und den Ringelblumen niederließen. Wir beschäftigten uns mit dem Lebenszyklus einer Wildbiene und ihrem Körperbau. Die Ackerhummel und die Wiesenhummel, Schwebfliegen, Zikaden sowie Heuschrecken konnten ebenfalls beobachtet werden.

eine Wildbiene auf der Cosmea

Im Kino sahen wir den Film „DIE WIESE – EIN PARADIES NEBENAN“, der in beeindruckenden Aufnahmen die Vielfalt und Faszination der Blumenwiese – einer prachtvollen Wunderwelt direkt vor unserer Haustür dokumentiert. Der Film eröffnet einen völlig neuen Blick auf das heimische Naturspektakel und beschäftigte uns nachhaltig.

Am Tag der offenen Tür der Freien Montessori-Schule Westerwald im Mai konnte man die Pflanzenvielfalt erahnen.  Beim Spielefest im September präsentierte sich unser blühender Lernort von seiner schönsten Seite. Im Sonnenschein summte und brummte es. Je länger man genau hinschaut, desto mehr gibt es zu entdecken. Die Schülerinnen und Schüler führten ihre Eltern und Freunde herum. Die Wiese lud zum Verweilen und Beobachten ein. Es konnten die ersten Sonnenblumenkerne probiert werden. Viele Besucher wurden auf unsere Arbeit aufmerksam und so konnten wir Menschen begeistern, in ihren Gärten Platz und Nahrung für Insekten zu schaffen.  

Nachtrag zum Mais

Wild- und Honigbienen sind Bindeglieder zwischen Tier- und Pflanzenwelt. Sie sind unverzichtbare Bestäuber unserer Wild- und Kulturpflanzen. Und sie sind bedroht. An ihnen lässt sich die Dramatik des Rückgangs von biologischer Vielfalt vor Augen führen. Auch wir haben Erfahrungen damit gemacht: Auf unserem Gemüseacker bauten wir Mais an. Bei der Ernte erlebten wir eine Überraschung: An manchen Maiskolben befanden sich nur wenig Körner. Sollte es sogar bei uns im Westerwald zu wenige Insekten geben?

Mais ist auf Windbestäubung angewiesen, aber der Pollenflug wird nicht immer durch den Wind ausgelöst. In windstillen, taureichen Nächten sammeln sich an den männlichen Blütenständen die Pollenkörner an. Die pollensammelnde Biene bewirkt mit ihren Flügelschlägen, dass viel mehr Pollen gelöst wird, als sie einzusammeln vermag. Er fällt in der morgendlichen Windstille unweit der Pflanze zu Boden. Die in der Nacht erschienene Seide der Maispflanze empfängt dabei die ersten Pollenkörner. Jedes Pollensäckchen (männliche Blüten) enthält etwa sechs Staubblätter mit je ca. 2000 Pollenkörner, also rund 12000 Pollenkörner pro Einzelblüte. Beim ersten leichten Wind am Vormittag löst sich die große Masse des reifen Pollens, um ebenfalls unweit der Pflanze nieder zu gehen. Es erfolgt eine Bestäubung der Pollen. Bei einigen unserer Maispflanzen kam es zu Störungen in diesem Prozess, denn die Kolben wurden nicht ausreichend bestäubt.

Erste winterliche Schritte

Am Dienstag, den 15.10.19 kam die Apfelpresse an unsere Schule. Im Sinne der Ganzheitlichkeit wurde der „Abfall“, die Äpfelreste, als Apfelmus bezeichnet, wurden an unsere Schultiere verfüttert und als Mulchmaterial auf den Beeten verwendet.

Ein Mulchbeet

Entlang des Pferdezaunes wurden kleine Himbeer-Ableger gepflanzt, um unsere Pflanzenvielfalt zu erweitern.

Zukünftiger Himbeerweg